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Cyber Defence Center – Der Verwaltungsausschuss (VA) zu Besuch bei der Deutschen Telekom

Am 31. Oktober 2018 tagte der Verwaltungsausschuss des civitec an einem eher ungewöhnlichen Ort. Man traf sich bei der Deutschen Telekom in Bonn.

Die Sitzung des VAs drehte sich insbesondere um die Themen Kooperation, Wirtschaftsplan für 2019 und behandelte einen Mehrbedarf an insgesamt 17 Stellen für den Zweckverband. Geschäftsführer Thomas Neukirch fasste die Sitzung mit „Wir hatten eine gute und konstruktive Sitzung – ich bin sehr zufrieden“ zusammen und lud anschließend zu einem Besuch des Cyber Defence Centers der Deutschen Telekom in Bonn ein.

Die Telekom betreibt für das eigene Netz - und auch auf Wunsch für Kunden - eine umfassende operative Sicherheitsüberwachung (SOC - Security Operation Center). Die anwesenden VA-Mitglieder erfuhren anhand von Echtzeitdaten, dass Angriffe stetig stattfinden und dass das Volumen der Angriffe teilweise inzwischen exorbitante Ausmaße angenommen hat. Als Netzprovider kann die Telekom die Angriffe in den Backbones – den großen Datenleitungen des Internets – erkennen und beobachten. Ein Eingriff ist aufgrund der Gesetzeslage allerdings nicht möglich.

Auch Kommunen stehen im Fokus von Angriffen, wie die Kollegen des SOC erläuterten. Während es in Deutschland noch nicht viele Zahlen und Informationen gibt, so ist das in anderen Ländern bereits deutlich bekannter. In Großbritannien beispielsweise sind bereits rund 25% aller Kommunen von Cyber-Angriffen betroffen gewesen und man liest jede Woche von neuen Angriffen auf kommunale Einrichtungen in der Presse. Es steht zu erwarten, dass dies in Deutschland nicht anders aussieht.

Befragt man Sicherheitsexperten, so erfährt man auch von Angriffen in Deutschland. Beispielsweise berichtete Daniel Kleffel, Präsident des LSI Bayern, im Rahmen der Landestagung der Sicherheitsbeauftragten von Ländern und Kommunen darüber, dass man erste gezielte Angriffe (APTs) auf Kommunen beobachtet hat.

Auf eindrucksvolle Weise demonstrierte die Telekom, wie vielschichtig Angriffe heutzutage funktionieren und welche Fallen (Honeypots) die Telekom aufgestellt hat, um Angriffe zu erkennen und zu verstehen sowie Veränderungen der Angriffsweisen mitzubekommen. Die Frage „Was wäre, wenn die Einwohnermeldedaten Ihrer Kommune plötzlich im Darknet gehandelt würden?“ löste sichtliche Betroffenheit aus. Auch die Fragestellung der Notfallvorsorge, falls eine Gemeindeverwaltung plötzlich nicht mehr im Stande wäre, die Bürgerdienste aufrecht zu erhalten.

Zusammenfassend wurde deutlich, dass das Thema Cyber-Sicherheit Chefsache sein muss und man sich heute nicht mehr hinter der Ausrede „mich wird es schon nicht treffen“ verstecken kann. Sicherheit geht uns alle an.

Vielen Dank an die Deutsche Telekom für die interessanten Einblicke in diese teilweise abstrakte, aber sehr präsente Materie.

TS / WK

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Der Verwaltungsausschuss des civitec zu Besuch im Cyber Defence Center der Deutschen Telekom in Bonn. Foto: TS civitec.

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